Die Flamenco-Peineta: Geschichte, Bedeutung und wie man sie trägt
Wenige Accessoires sagen mit so wenig so viel. Die Peineta hebt die Frisur, hält die Mantilla und krönt ihre Trägerin mit einer Ausstrahlung, die nicht unbemerkt bleibt. Sie ist purer Charakter auf dem Kopf.
Schauen wir uns an, was sie ist, woher sie kommt, wie man sie mit der Blume kombiniert und wann man sie wirklich trägt, ohne unnötigen Schnickschnack.
Was die Flamenco-Peineta ist
Die Peineta ist ein zierlicher, gebogener und hoher Kamm, der oben oder hinten am Haarknoten sitzt. Ihr Zweck ist nicht nur zu schmücken: Sie dient dazu, das Haar zu halten und die Mantilla zu stützen, und gibt ihr Höhe und Schwung.
Ihre Wurzeln reichen ins Spanien vor Jahrhunderten zurück, verbunden mit der Mantilla, jenem Schleier, der etwas brauchte, um an seinem Platz zu bleiben. Mit der Zeit wurde sie ein Schmuckstück für sich und gelangte zum Flamenco-Kleid und zur Feria. Die mit dieser Welt verbundene ist meist auffällig: bunt, geschnitzt oder mit zum Kleid passendem Stoff bezogen. Es gibt kleine, dezente und große, spektakuläre, von der klassischen goldenen Peineta bis zu Versionen aus Acetat.
Peineta und Blume: wie man sie kombiniert
Hier eine der häufigsten Fragen: wie man Peineta und Blume zusammen trägt, ohne dass sie sich streiten. Die Regel, die am besten funktioniert, ist einfach: eine führt, die andere begleitet.
Ist die Peineta groß und der Star, fällt die Blume dezenter aus, an einer Seite. Ist die Blume das Zentrum der Frisur, wählt man eine schlichtere Peineta. Worauf es ankommt, ist das Gleichgewicht: Der Kopf soll Kraft haben, aber nicht wie ein Altar wirken. Beim Flamenco-Kleid ist weniger meist mehr.
Wie man die Flamenco-Peineta ansteckt
Sie gut zu platzieren hängt eng mit der Frisur zusammen. Üblich ist, von einem festen Hochsteckknoten auszugehen —ein tiefer oder hoher, gut fixierter Dutt— als Basis. Darauf wird die Peineta gesteckt, wobei die Zinken in den Dutt gedrückt werden, damit sie fest sitzt und beim Gehen oder Tanzen nicht verrutscht. Die Blume kommt danach, auf die dem Scheitel gegenüberliegende Seite oder neben die Basis der Peineta.
Ein ehrlicher Rat: Wenn es das erste Mal ist, übe zu Hause vor dem großen Tag. Eine gut sitzende Peineta hält stundenlang; eine schlecht sitzende fällt bei der ersten Sevillana herunter.
Die handgefertigte Peineta: ein zweites Leben für das Kleid
Hinter jeder Peineta kann eine Geschichte stecken. Im Tablao Flamenco 1911 mögen wir es, wenn unsere aus den Stoffresten unserer liebsten Flamenco-Kleider entstehen: Stoffe, die schon auf der Bühne lebten und die, statt verloren zu gehen, ein zweites Leben finden.
Der Prozess ist reines Handwerk. Aus Dutzenden Stoffen wird der ausgewählt, der Design und Charakter der Peineta bestimmt. Der Stoff wird sorgfältig zugeschnitten, von Hand auf den Träger geklebt und die Ränder werden verarbeitet, bis ein perfektes Ergebnis entsteht. Der letzte Schritt ist die Applikation, jenes Detail, das jedes Stück einzigartig macht. So verwandelt sich ein kleiner Rest schließlich in eine handgefertigte Flamenco-Peineta, von Hand und mit viel Liebe gemacht. Paula Rodríguez Lázaro zeigt es dir in diesem Video:
Peineta, Feria und Flamenco: wann man sie wirklich trägt
Man sollte es klar sagen, denn es gibt Verwirrung. Die Peineta ist Königin der Feria, der Romería und des Flamenco-Kleids, ebenso der Mantilla in der Karwoche oder beim Stierkampf. Dort glänzt sie wirklich.
Im Tablao-Flamenco-Tanz hingegen erscheint sie nicht immer. Die Bailaora bindet zum Tanzen ihr Haar zusammen und trägt oft eine Blume, aber die große Feria-Peineta ist auf der Bühne nicht üblich, weil der Tanz Bewegungsfreiheit verlangt. Wie das Tuch oder der Córdoba-Hut ist die Peineta Teil der Flamenco-Welt, aber alles hat seinen Moment.
Dennoch bleibt das Bild einer Frau mit Peineta und Mantilla eines der schönsten der spanischen Kultur. Und es in seinem Element zu sehen, neben Cante und Tanz, ist unbezahlbar. Wenn du den Flamenco in seinem Zuhause erleben willst, komm zu unserer Flamenco-Show in Madrid und spüre ihn aus der Nähe.