Die Sevillanas: Sind sie wirklich ein Flamenco-Stil?
Es ist die Musik, die die Jahrmärkte überflutet, der Tanz, der Generationen verbindet, und der Soundtrack jeder Feier im Süden Spaniens. Es gibt jedoch eine ewige Debatte zwischen Puristen und Liebhabern: Sind die Sevillanas wirklich ein Flamenco-Stil oder einfach nur populäre Folklore?
Um diesen Zweifel zu lösen, müssen wir auf die Geschichte blicken. Obwohl sie heute innerhalb der Flamenco-Kultur studiert werden, ist ihr Ursprung rein folkloristisch. Die Sevillanas stammen von der alten Seguidilla aus La Mancha ab, die bei ihrer Ankunft in Sevilla von der Anmut, dem Takt und dem „Flair“ Niederandalusiens durchdrungen wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde dieser Tanz immer mehr „flamenco-isiert“, bis er zu einer unverzichtbaren Disziplin in jedem Tablao wurde.
Was sind Flamenco-Sevillanas?
Flamenco-Sevillanas sind die künstlerische Entwicklung dieser populären Folklore. Als professionelle Künstler begannen, sie zu interpretieren, brachten sie eine verfeinerte Technik, einen komplexeren Zapateado und vor allem jenes tiefe Gefühl ein, das wir Quejío nennen.
Im Gegensatz zu der Version, die auf Jahrmärkten getanzt wird, ist die Flamenco-Sevillana schlicht, technisch und von einer imposanten visuellen Schönheit. Hier verschwimmt die Linie zwischen Gesellschaftstanz und professioneller Kunst, sodass die Sevillanas vom großen Publikum ohne Zweifel als Flamenco akzeptiert werden.
Unterschied zwischen Flamenco und Sevillanas
Obwohl sie Ästhetik und Kostüme teilen, liegt der Unterschied hauptsächlich in ihrer mathematischen Struktur:
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Feste Struktur: Die Sevillanas haben einen 3/4-Takt und eine unverrückbare Struktur aus vier Strophen (Coplas). Man weiß immer genau, wann sie beginnen und wann sie enden.
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Improvisation: In einem traditionellen Flamenco-Stil sind Improvisation und die organische Kommunikation zwischen Gesang und Tanz die Basis. Da Sevillanas ein Paartanz sind, erfordern sie das Befolgen vorgegebener Schritte.
Warum werden die Sevillanas mit dem Flamenco assoziiert?
Die Assoziation ergibt sich ganz natürlich aus dem Kontext und der Inszenierung. Sie werden auf der spanischen Gitarre gespielt, mit gebrochenen Stimmen gesungen und im ikonischen Flamenco-Kleid getanzt.
Die großen Gestalten der Geschichte haben die Sevillanas in die Kategorie der bedeutenden Kunst erhoben und die Vorstellung gefestigt, dass sie ein grundlegendes Element der Flamenco-Imaginärwelt sind.
Sevillanas-Unterricht: Wie sie strukturiert sind
Wenn Sie nach den Arten von Sevillanas-Unterricht suchen, die es gibt, werden Sie als Erstes lernen, dass es nicht nur ein Tanz ist, sondern eine Verführungsgeschichte, die in vier Akten erzählt wird. Jede der Coplas stellt eine andere Phase der Beziehung zwischen dem Paar dar.
Die vier traditionellen Sevillanas
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Die Begegnung: Die erste Annäherung, der Blickkontakt und das Flirten.
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Die Verführung: Die körperliche Annäherung und das Spiel der Arme, das das Interesse signalisiert.
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Der Streit: Die Distanzierung und der vorgetäuschte Ärger, der Spannung erzeugt.
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Die Versöhnung: Das Happy End, bei dem das Paar in Harmonie endet.
Diese heilige Struktur erlaubt es zwei Fremden, an jedem Ort der Welt zusammen zu tanzen, indem sie demselben Code folgen.
Die Sevillanas im Kontext des aktuellen Flamenco
Heutzutage sind die Sevillanas für viele, die sich dieser Kunst nähern wollen, weiterhin das Eingangstor. Obwohl sie technisch gesehen als „flamenco-isierte“ Folklore gelten, spricht ihre Präsenz auf den Bühnen für ihre Gültigkeit und eine Eleganz, die keine Etiketten kennt.
Wer einen Schritt weiter gehen und in das Wesen von Gesang und Tanz eintauchen möchte, findet in Madrid Angebote, bei denen die tiefsten Stile mit Authentizität und Respekt vor der Tradition ausgedrückt werden. Wenn Sie suchen, wo man in Madrid Flamenco sehen kann, lohnt es sich, Orte zu entdecken, an denen diese Wurzel noch kräftig schlägt.